Kurzurlaub in Wien – Vorschlag für eine Städtereise in Östereichs Hauptstadt

Das Schloss Schönbrunn mit Blick aus dem anliegenden Park

Deutschland hat mit Sicherheit eine Vielzahl an sehenswerten Orten mit großen Sehenswürdigkeiten – doch nur eine Ländergrenze weiter, in Östereichshauptstadt Wien, ist ein Kurzurlaub bzw. eine Städtereise immer lohnenswert. Da aber auch Wien eine riesige Menge an Sehenswürdigkeiten zu bieten hat und man ohne jegliche Vorkenntnisse wohl die Hälfte verpassen würde, stellen wir hier einen kleinen Städtereisen-Ablauf für Wien vor, wie man ihn problemlos bei einem Kurzurlaub in Östereichs Hauptstadt “abarbeiten” kann.

Tag 1

Gleich zu Beginn des Kurzurlaubes in Wien besichtigen wir das weit außerhalb der Stadtmitte liegende Schloss Schönbrunn mit anliegendem Park und Tiergarten. Bereits in den Jahren 1638 bis 1643 als Residenz für Kaiserin Eleonora Gonzaga erbaut, erlebte es eine Menge an Beschädigungen, Ergänzungen und Restaurationen, ehe es den Grundriss des heutigen Schlosses inne hatte. In der Zeit zwischen der Mitte des 18. Jahrhunderts und dem Ende des Ersten Weltkrieges, wurde Schönbrunn vom östereichischen Kaiserhaus als Sommerresidenz genutzt. Vor mehr als 15 Jahren wurde dieses Schloss – immerhin das größte in Östereich – zurecht Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Mit eingeschlossen der 160 ha große Park und der 16 ha gr0ße Tiergarten. Sehr wahrscheinlich konnte im inneren des Schlosses, genauer gesagt im Spiegelzimmer, Wolfgang Amadeus Mozart als sechsjähriger erstmals sein Klavier-Talent bei einem Vorspiel für die Kaiserin Maria Theresia unter Beweis stellen.

Der angrenzende Park, der um 1700 aus der Taufe gehoben wurde, war zunächst nur dem Kaiserpaar samt Throngefolge zugänglich. Umso ärgerlicher reagierte der Adel, als Kaiser Joseph II. im Jahre 1779 entschied, das Gelände auch dem normalen Volk zugänglich zu machen. Als großer Hingucker neben der allgemeinen Schönheit des Parkes, erstrahlt der hiesige Neptunbrunnen, der die Meerfahrt des Neptun mit dem Kaiser vergleicht und kurz vor dem Tode der Kaiserin Maria Theresia vollendet werden konnte.

Vor allem aufgrund des großen ansiedelnden Parks und des Tiergarten, schließen wir für den ersten Tag schon unsere kleine Sightseeing-Tour. Denn zum einen braucht man etwas Erholung, um die vielen faszinierenden Eindrücke zu verarbeiten. Und zum anderen macht die Begehung des Schlosses samt Parkfläche und Tiergarten auch sehr müde und schlapp. Denn das Arial erstreckt sich doch weiter, als das menschliche Auge zunächst glauben will.

Tag 2
Den zweiten Tag unserer Städtereise in Wien starten wir am Schloss Belvedere, dass zwar ebenfalls etwas außerhalb des Zentrums liegt, aber die Luft der Stadtmitte fast schon riechen kann. Als Sommerresiden des Prinzen Eugen wurde zunächst das Untere Belvedere zwischen 1714 und 1717 erbaut. Bereits vier Jahre später begann man mit den Arbeiten des Oberen Belvederes. Es war unter anderem der Ort der Staatsvertrags-Unterzeichnung 1955 und ist auch deshalb aus der Östereichischen Geschichte nicht mehr wegzudenken.

Hundertwasserhaus mit üppiger Bepflanzung

Wir bleiben weiter im Randgebiet der östereichischen Hauptstadt und besichtigen das Hundertwasserhaus, welches vor garnicht allzu langer Zeit von 1983 bis 1985 erbaut wurde. Der Künstler Friedensreich Hundertwasser hatte die Idee zu dieser Wohnhausanlage und durfte auf Empfehlung des damaligen Bundeskanzlers Bruno Kreisky ein Wohnhaus so gestalten, wie er sich vorstelle. Die Besonderheit des Hauses ist nicht nur die bunte Fassade, sondern vor allem die unebenen Böden und die Bepflanzung des Hauses mit Sträuchern und Bäumen. Die nicht vorhandene Symetrie lässt ein normales Wohnhaus zu etwas Einzigartigem werden.

Auch bei unserem dritten Stop an diesem Tag kommen wir der Stadtmitte nicht wirklich näher. Das ist aber auch nicht schlimm, denn der Wiener Prater in Donau-Nähe entschedigt für diesen Fakt. Obwohl mit dem Begriff “Prater” eigentlich die gesamte Parkfläche gemeint ist, fassen viele unter dem Begriff eher den Freizeitpark mit seinem wohl weltbekannten Riesenrad. Aus den 15 Gondeln des 60 Meter hohen Riesenrades lässt sich die gesamte Stadt überblicken.

Zum Abschluss unserer Städtereise in Östereichs Hauptstadt zieht es uns dann doch in die Stadtmitte und zwar zum Wiener Stephansdom, welcher zentraler kaum gelegen sein könnte. In mehrere Bauabschnitte aufgeteilt dauerten die Arbeiten am bedeutendsten gotischen Bauwerk Östereichs glatte zwei Jahrhunderte (12. bis 14.). Vor allem die die Größe des Doms ist mit 110 Metern Länge und 70 Metern Breite einmalig und wird vom über 130 Meter hohen Südturm scheinbar bewacht. Doch was von außen schon einmalig wirkt, verschlägt einem im Inneren die Sprache. Denn dort befinden sich mehrere Torbögen, Kapellen und Altare, sowie die Katakombden mit den eingemauerten Epedemietoten von 1793 (über 10.000 Tote) und die Herzogsgruft mit den Eingeweiden der Habsburger.

Nach diesen beeindruckenden Bildern und Aufnahmen verlassen wir die Stadt und beenden unseren Kurzurlaub im Wien. Sicherlich ist dies nur ein Vorschlag für eine Städtereise in Östereichs Hauptstadt. Doch hält man sich genau daran, dürfte man mit erfülltem Herzen, vollen Kamera-Filmen und riesigem Bildergedächtnis die Heimreise antreten. Bleibt man etwas länger in Wien, empfiehlt sich aber noch der Besuch des Millenium Towers, der Karlskirche, des Heldenplatzes, die Wiener Hofburg und viele weitere Sehenswürdigkeiten. Doch um das alles zu sehen und dabei nicht abgehetzt von einem zum anderen zu fliegen, sollte man schon etwas länger, als das von uns dargestellte Wochenende einplanen.

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